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Tiefe Einblicke & Verwunderung: Media-Saturn-Schreiben an Industriepartner aufgetaucht

05.09.2019

Eigentlich wollte man damit für Ruhe sorgen, das Gegenteil ist der Fall. Im Vorfeld der IFA ist ein Schreiben führender Media-Saturn-Manager an rund 100 Industriepartner aufgetaucht. Das lässt nicht nur tief in die Strukturen blicken sondern sorgt bei den Empfängern auch für Verwunderung.

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Eines kann man den deutschen Media-Saturn-Managern sicher nicht vorwerfen: und zwar, dass sie sich mit langen Vorreden aufhalten. „Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, wie Sie wissen, befindet sich Media Markt und Saturn Deutschland in einem großen Veränderungsprozess“, geht’s gleich direkt zur Sache, um kurz drauf auf des Pudels Kern sprechen zu kommen. Man habe von vielen Seiten das Feedback erhalten, schreiben die Manager, „dass unsere Märkte nichts mehr einkaufen dürfen. Die Gründe hierfür wären die Zentralisierung, eine Übernahme dieser Tätigkeit durch den Einkauf und Lagervorgaben aus Ingolstadt. Diese Informationen sind allerdings schlichtweg FALSCH".

Die Märkte dürften, so heißt es weiter, durchaus selbst einkaufen – allerdings mit „Augenmaß“ und natürlich auch keine Waren „von bereits zentralisierten Bereichen“. Quasi zur Sicherheit werden diese „zentralisierten Bereiche“ im Schreiben gleich nochmals angeführt. Für Verwunderung (und einiges Kopfschütteln) bei den angeschriebenen Industrievertretern sorgt allerdings die daraufhin folgende Bitte. Man möge die Media-Saturn-Zentrale doch bitte nach der IFA mit Informationen zum Bestellvolumen der einzelnen Märkte versorgen, heißt es da sinngemäß.

„Offenbar haben sie ihre Märkte doch nicht ganz so fest im Griff, wie man sie gerne haben möchte“, ätzt ein Industrievertreter. „Zumindest dürfte das interne Controlling nicht besonders ausgefeilt sein, wenn sie von uns wissen möchten, was ihre Märkte bestellen.“

Letzteres bestreitet man bei Media-Saturn auch nicht. „Die Automatisierung ist noch nicht soweit fortgeschritten, so dass wir noch auf die Unterstützung unserer Partner angewiesen sind, um die Warenverfügbarkeit für unsere Kunden zum Weihnachtsgeschäft sicherzustellen“, rechtfertigt sich  ein Unternehmenssprecher gegenüber dem deutschen Manager Magazin. „Aber wir arbeiten daran.“