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Test-Labor für smarte Forschungsprojekte

13.08.2019

KNX Austria und das FH Technikum Wien forschen am „Assisted Living Labor“ in Wien an Smart Home Lösungen und Technologien, welche Menschen mit Behinderung oder im hohen Alter dienlich sein können. Das Labor wurde im Mai eröffnet. 

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Als Assistive Technologien (AT) bezeichnet man technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen. Durch die Kombination solcher Hilfsmittel mit Smart Home-Lösungen in ihrem persönlichen Wohnumfeld gewinnen diese Personen ein hohes Maß an Autonomie im Alltag, mehr Lebensqualität und Komfort. Viele dieser technischen Lösungen sind im Assisted Living Labor der FH am Technikum Wien ausgestellt und können dort ausprobiert werden.

„Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich die „Fakultät für Electronic Engineering“ der FH Technikum Wien mit Smart Homes und Assistiven Technologien. Im Mai haben wir unser Smart Living Labor eröffnet. Auf über 250 Quadratmetern – bestehend aus Seminarbereich, Küche, Wohn-, Schlafbereich sowie Nassräumen – können moderne Smart Home-Technologien getestet und vorangetrieben werden. Besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung barrierefreier Eingabetechnologien“, erklärt Friedrich Praus, Studiengangsleiter „Smart Homes und Assistive Technologien“, FH Technikum Wien.

Von der Technik profitieren

„Smart Homes sollen unser Leben generell einfacher, sicherer und energieeffizienter machen. Dafür werden Geräte in einem Haus digital vernetzt und kontrolliert. Die automatisierten Abläufe können an die jeweiligen Gewohnheiten und Bedürfnisse der BewohnerInnen oder an Witterungsbedingungen angepasst werden. Der Trend der Gebäudeautomation spricht nicht nur Technikbegeisterte an. Besonders ältere Menschen oder körperlich beeinträchtigte Personen können von so genannten Assistiven Technologien profitieren“, betont Markus Zack, Produktmanager, Gebäudetechnik, Siblik und Sprecher von KNX Austria.

PC-Maus via Lippenbewegunngen steuern

Besonders für Menschen mit starken motorischen Beeinträchtigungen sind alternative Eingabetechnologien hilfreich. Je nach verbleibender Restmotorik werden entsprechende Lösungen erabeitet, die sich mit Muskeln, Augenbewegung (Eyetracking) oder Sprache steuern lassen. Dabei kommen bioelektrische Signale und immer öfter kameragestützte Verfahren zur Anwendung. So wurde etwa die FlipMouse entwickelt, die wie eine normale Computer-Maus funktioniert, aber mittels minimaler Fingerbewegungen oder mit den Lippen verwendet werden kann. Die Kamera-Maus wiederum erkennt einfache Kopfbewegungen und steuert abhängig davon die Maus des Computers.

Projekt für barrierefreie Technologien

Das sogenannte AsTeRICS-Grid System kann dazu verwendet werden, die Umgebung zu steuern: über verschiedene Icons am Bildschirm oder Smart-Phone kann das Licht sowie die Beschattung im Haus verändert, elektronische Geräte gesteuert oder die Temperatur geregelt werden. Im Rahmen des Projektes „Wissensdrehscheibe für Barrierefreie Technologien“, das am 1. September startet, stellt die FH Technikum Wien ihre Expertise zu den Themen Smart Homes und Assistive Technologien für Unternehmen, Organisationen und andere InteressentInnen zu Verfügung und entwickelt individuelle Lösungen für einen barrierefreien Zugang zu Informationstechnologien.