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Die Hacker dürften die AustriaSat-Werbung falsch verstanden haben...
© AustriaSat

Hacker knacken ORF Cryptoworks-Verschlüsselung ... und AustriaSat ist der Grund

21.01.2011

Bislang waren es lediglich Gerüchte, die von der ORF-Sendetochter ORS allesamt dementiert wurden. Jetzt musste ORS-Sprecher Michael Weber gegenüber futurezone.at aber offiziell Farbe bekennen: „Es stimmt, das ORF Digital-System wurde von Hackern angegriffen“ – und dass mit Erfolg.

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Vom Hack betroffen sind rund 1,3 Mio. Smartcards der Cryptoworks-Generationen 4, 5 und 6 (Kartennummern 0004294xxxxx, 0004295xxxxx und 0004296xxxxx), die zwischen 2003 und 2006 über den Elektrohandel verkauft worden sind. Smartcards der neueren Generation (ab 2007) sind nicht betroffen.

 

ORS und Irdeto kämpfen nun auf zwei Ebenen. Zum Einen sollen jenen Webseiten, die Hack-Anleitungen und Codes liefern, rechtlich (Klagsandrohungen & Klagen) der Garaus gemacht werden und zum Anderen wird die Verschlüsselung regelmäßig geändert. Das hat zur Folge, dass gecrackte Karten bzw. Boxen erst wieder funktionieren wenn sie zuvor umprogrammiert wurden. Da der Schlüssel im Wochenrhythmus geändert wird, sollte das ständige Umprogrammieren den Crack unattraktiv machen. „Da das die meisten ohnehin nicht selbst können, sondern das bei Bekannten in Auftrag gegeben haben und mindestens 150 Euro dafür bezahlt haben, ist das Problem eingedämmt“, zeigt sich Weber gegenüber futurezone.at überzeugt.

 

AustriaSat-Pornokanäle wecken Begehrlichkeiten

 

Dem Vernehmen nach sei der Grund für die Hacker-Attacke nicht etwa das - gewohnt spannende - ORF-Programm, sondern Pay-TV-Newcomer AustriaSat. In deren Portfolio finden sich auch zwei Hardcore-Erotik-Sender, das eigentliche Ziel der Attacke.  

 

Übrigens: der Crack funktionierte auf dem Edison-Receiver Argus Vip, einigen Setop-Boxen von Octagon sowie auf der Dreambox von Dream Multimedia – Geräte, die allesamt nicht ORF-zertifiziert sind. Die Hacker haben sich einen illegal nachgemachten Schlüssel einer Kundenkarte besorgt und diesen in einschlägigen Internet-Foren publiziert.

 

Kartentausch: Wer übernimmt die Kosten?

 

Ein regelmäßiger Schlüsselwechsel ist zwar gut, das Leck wird damit aber nicht geschlossen. Dies sollen nun drastischere Maßnahmen erledigen. ORF und ORS wollen nun die betroffenen 1,3 Mio. Karten austauschen. „Wir werden den Tausch in den kommenden zwei bis drei Jahren in Tranchen durchführen müssen“, so Weber. Unklar ist aber noch, wer die Kosten für die neue Karte übernehmen muss. „Das wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.“

Autor: 
Redaktion Elektrojournal