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"Viele Händler waren neben finanziellen Einbußen auch persönlich sehr betroffen, dass ihre Bemühungen mit einem Federstrich quasi als wertlos eingestuft worden sind"
"Viele Händler waren neben finanziellen Einbußen auch persönlich sehr betroffen, dass ihre Bemühungen mit einem Federstrich quasi als wertlos eingestuft worden sind"
© Zechmeister

Gekündigte Händlerverträge durch Sonos: möglicher Ausgleichsanspruch für Betroffene

05.12.2018

Ende 2017 kündigte Sonos fast sämtliche Händlerverträge mit österreichischen Unternehmen. Dadurch hätten viele Händler finanzielle Einbußen erlitten, ihre Arbeit mit der Marke sei als wertlos eingestuft worden. Das Bundesgremium glaubt jetzt eine Möglichkeit gefunden zu haben, wie betroffene Händler für den entstandenen Schaden zu einem Ausgleichsanspruch kommen. Das dafür empfohlene Musterschreiben finden Sie hier als Download.

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Sonos war jahrelang der Hauptumsatzbringer von Fachhandelsdistributor Novis. Das Unternehmen musste schließen, als der Lautsprecherhersteller seine Vertriebsstrategie komplett neu ausrichtete. Und natürlich traf es nicht nur den Distributor, sondern auch die Händler, die mit Sonos Fachhändlerveträge hatten. Denn das Unternehmen mache jetzt lieber auf Verkaufspartys wie bei Tupperware, wie es ein verärgerter Bundsgremialobmann Wolfgang Krejcik kürzlich im Kurier ausdrückte. „Für manche Fachhändler ist das existenzbedrohend, dass Sonos sie von heute auf morgen vor die Tür gesetzt hat", so sein ernster Nachsatz. 

„Diese Händler haben jahrelang die Marke beim Konsumenten aufgebaut, die Produkte bekannt gemacht und umfassende Leistungen wie Demonstration, Lagerhaltung, Montage sowie Lösungen bei Serviceproblemen erbracht. Viele Händler waren daher neben finanziellen Einbußen auch persönlich sehr betroffen, dass ihre Bemühungen mit einem Federstrich quasi als wertlos eingestuft worden sind“, heißt es nun aus dem Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels der WKÖ. Die Branchenvertretung habe von Anfang an „diese unfaire Vorgangsweise“ bekämpft und nun auch eine juristische Möglichkeit gefunden, um „zumindest einen teilweisen finanziellen Ausgleich mit Erfolgsaussichten einfordern zu können.“

Was tun?

Nach umfangreichen Vorarbeiten und eingeholten Expertisen, steht das Bundesgremium nun auf dem rechtlichen Standpunkt, dass § 24 Handelsvertretergesetz analog auf die Vertragsverhältnisse mit Sonos anzuwenden ist. Das bedeutet, dass gekündigte Sonos-Händlern nach Beendigung der Tätigkeit ein Ausgleichsanspruch zustehen könnte.

Damit dieser Ausgleichsanspruch nicht verfällt, sei es unbedingt erforderlich, bis spätestens 20.12.2018 (Absendedatum) einen eingeschriebenen Brief laut Mustertext (siehe Infobox) an Sonos Europe zu schicken und gleichzeitig eine E-Mail an den Sonos-Support. 

Zudem sollte, um eine abgestimmte Vorgangsweise sicherzustellen, eine Kopie an die Rechtsanwaltskanzlei Brenner + Klemm gehen. 

Alle detaillierten Informationen und Adressen, die rechtliche Prüfung inklusive Musterschreiben stehen für Sie im Anhang in der Infobox als Download (PDF) bereit.

Autor: 
Alexander Zechmeister