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Forschung macht's möglich: Internet über die (DVB-T-)Fernseh-Antenne

03.11.2008

Das deutsche Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) führt derzeit Versuche durch, die Infrastruktur des digitalen Antennenfernsehens DVB-T für die Übertragung von Internet-Daten zu nutzen.

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Derzeit wird nach Angaben des Fraunhofer-Instituts in Sankt Augustin bei Bonn über einen eigenen DVB-T-Sender ein 18 MBit/s schneller Zugang realisiert. Damit könnten Internet-Dienste auch in Regionen ohne DSL-Infrastruktur zugänglich gemacht werden. Allerdings wird ein zusätzlicher Rückkanal per DSL, ISDN oder Analog-Modem benötigt.

Trotzdem zeigen sich die Forscher von dem Potenzial der Technik überzeugt. Mit DVB-T stehe ein nahezu flächendeckendes Netz zur Verfügung. Da wesentlich niedrigere Frequenzen als bei UMTS zum Einsatz kämen, würden zudem nur wenige, bereits vorhandene Sender für eine Versorgung benötigt. Ungeklärt seien derzeit aber noch Fragestellungen in den Bereichen Sicherheit und Skalierbarkeit.

Die Lösung entstand im Rahmen des EU-Projekts Daidalos. Der Prototyp wurde den Forschern zufolge auf Basis des Internet-Protokolls Version 6 (IPv6) entwickelt und für die aktuelle Anwendung auf IPv4 angepasst. Die zu übertragenden Daten werden dabei zunächst in IP-Pakete verpackt und anschließend zwischen DVB-T-Sender und Settop-Box in DVB-T-Pakete umgesetzt. Die Verteilung innerhalb der Wohnung erfolge über drahtloses WLAN.

Autor: 
Redaktion Elektrojournal
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