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Krefeld ist der logistische Dreh- und Angelpunkt in Deutschland.
Krefeld ist der logistische Dreh- und Angelpunkt in Deutschland.
© Digitec Galaxus

Es wird ernst: Digitec Galaxus bläst in Deutschland zum Angriff – und liebäugelt mit Österreich

07.11.2019

Der Schweizer Onlinehändler hat seine „Betaphase“ in Deutschland abgeschlossen und geht nun zum Angriff über. Gleichzeitig beginnt man die weitere Expansion zu planen und Österreich steht ganz oben auf der Liste.

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Vor einem Jahr sind die Schweizer in den größten und am härtesten umkämpften Markt in Europa gestartet. Dass Deutschland dabei nur der erste Punkt auf der Landkarte werden würde, war klar. Schon damals teilte Unternehmenssprecher Alex Hämmerli auf Elektrojournal-Anfrage mit, dass „Österreich der logische nächste Kandidat sei“.

Gegenüber der NZZ am Sonntag bestätigte CEO Florian Teuteberg, dass die Betaphase nun abgeschlossen sei: „Wir sind parat für ein vollständiges Angebot.“ Apropos Angebot: dieses hat man seit dem Start kräftig erweitert und beispielsweise auch schon Hausgeräte ins Programm aufgenommen. Die Chancen, dass man am deutschen Markt mitmischen kann, stehen nicht schlecht, heißt es. Obwohl man kaum Marketing gemacht habe, mache man schon heute deutlich mehr als eine Mio. Euro Umsatz pro Monat, sagt Teuteberg. In der Schweiz sind es pro Monat ungefähr 76 Mio. Euro.

Große Pläne

Die Ambitionen in Deutschland sind groß. Heute bietet Galaxus Deutschland etwa 150.000 Produkte an, in der Schweiz sind es – Digitec und Galaxus zusammen – über 2,6 Mio. Artikel. Allerdings arbeiten dort auch 1.270 Mitarbeiter, in Deutschland sind’s derzeit noch 30. Die Käuferschaft wurde und wird rund um das Elektronik-Sortiment aufgebaut. In Kürze soll aber die Kategorie Spielzeug mitaufgenommen werden. Danach folgen weitere Bereiche bis man – wie in der Schweiz – ein vollständiges Sortiment anbieten kann. Aktuell lanciert Galaxus übrigens eine eigene Shopping-App sowie die Bezahlung per Rechnung.

Wie Teuteberg gegenüber der NZZ ebenfalls erklärte, gehe es jetzt ums Weihnachtsgeschäft. „Im Frühling werden wir Bilanz ziehen und entscheiden, mit welchen Ambitionen wir im deutschen Markt weiterfahren.“ Teuteberg ist aber auch klar, dass noch ein steiniger Weg vor den Schweizern liegt, zumal die Marke Galaxus nach wie vor nicht allgemein bekannt ist. „Ich glaube fest daran, dass wir in Deutschland erfolgreich sein können.“

Am Heimmarkt Schweiz läuft es jedenfalls sehr rund. Man wachst kontinuierlich und lässt die in- und ausländische Konkurrenz mit einem komfortablen Vorsprung weit hinter sich.