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Während China-Versender bis 22 Euro keine Steuern zahlen müssen, werden diese für europäische Unternehmen ab dem ersten Cent berechnet.
Während China-Versender bis 22 Euro keine Steuern zahlen müssen, werden diese für europäische Unternehmen ab dem ersten Cent berechnet.
© Pixabay/AbsolutVision

Eine halbe Mio. Euro pro Tag: Handelsverband begrüßt das 22-Euro-Grenze-Aus

22.09.2019

Der Nationalrat hat vergangene Woche eine zentrale Forderung des Handelsverbandes beschlossen: die Abschaffung der 22-Euro-Freigrenze für Kleinpakete aus Drittstaaten. Unterstützung gibt’s vom Handelsverband auch für den „Schuh-Rebellen“ Heini Staudinger.

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Derzeit gelangen 560 Mio. Pakete jährlich im Cross Border-Handel über dominante chinesische Versandhändler in die Europäische Union. 97 Prozent davon gänzlich zoll- und mehrwertsteuerfrei, wie der Handelsverband als erste Organisation in Österreich aufgezeigt hat. Das Schadensausmaß durch entgangene Umsatzsteuerzahlungen liegt in Österreich bei rund 150 Mio. Euro und europaweit bei mindestens 7 Mrd. Euro.

Steuerlücke vorzeitig schließen

„Wir haben sowohl national als auch bei den europäischen Regulatoren seit Jahren Bewusstseinsarbeit geleistet. Umso wichtiger ist es, dass die vorzeitige Abschaffung der 22-Euro-Freigrenze nun frühestmöglich umgesetzt wird“, zeigt sich Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will erfreut.

Der Hintergrund: Online-Bestellungen aus Drittstaaten sind EU-weit spätestens ab 1.1.2021 ab dem ersten Cent zu verzollen und zu versteuern. Sollten die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Einhebung der Einfuhrumsatzsteuer für Sendungen unter 22 Euro bereits früher vorliegen, soll die Steuerlücke in Österreich noch vor dem 1. Jänner 2021 und damit vor der Mehrheit der anderen EU-Staaten geschlossen werden.

Unterstützung für Heini Staudinger

„Um ein möglichst frühzeitiges Aus der 22-Euro-Freigrenze sicherzustellen, steht der Handelsverband im laufenden Austausch mit dem Finanzministerium und der österreichischen Post. Denn jeder Tag zählt, da jeder weitere Tag die österreichischen Steuerzahler eine halbe Million Euro kostet", erklärt Will.

In diesem Sinne begrüßt der Handelsverband auch die jüngste Initiative des Waldviertler „Schuh-Rebellen“ Heini Staudinger, der diese Woche zu einem Marsch nach Wien aufgerufen hatte. Das Ziel: Gleiche Spielregeln und mehr Steuerfairness im (Online-)Handel. Und nicht nur das: Ab sofort führt Staudinger im Gasthaus zur Sonne in Schrems bei Konsumationen bis 22 Euro auch keine Mehrwertsteuer ab. „Wir müssen vom Reden endlich ins Tun kommen. Es geht aber auch darum, ein Bewusstsein zu schaffen. Daher hat sich Heini Staudinger eine Ehrenmitgliedschaft im Handelsverband verdient“, so Will.

Plattformhaftung kommt bereits 2020

Das Steuerreformpaket enthält darüber hinaus weitere zentrale Maßnahmen für mehr Steuergerechtigkeit und FairPlay im Onlinehandel. Bereits ab 2020 werden Online-Plattformen wie Amazon hierzulande haften, wenn Marktplatzhändler auf deren Plattformen keine Umsatzsteuer zahlen. In Großbritannien und Deutschland ist dies bereits heute der Fall. Ab 2021 wird hierzu ebenfalls eine EU-weite Regelung in Kraft treten.

Autor: 
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion