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Der Anstech-Mechanismus soll nur noch mit Original-Kapseln einwandfrei funktionieren
© Nespresso

Das Imperium schlägt zurück: Neue Nespresso-Maschinen sollen angeblich Klon-Kapseln zerstören

04.12.2013

Die Bandagen im Kampf um den lukrativen Kaffeekapsel-Markt werden immer härter. Der Schweizer SonntagsBlick will herausgefunden haben, dass Nespresso-Maschinen der neuesten Generation nicht mehr mit firmenfremden Kapseln zusammenarbeiten, sondern sie sogar zerstören sollen.

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Erreicht wurde dies angeblich durch eine Veränderung des Anstech-Mechanismuses, wodurch dieser bei Nachahmer-Kapseln nicht mehr funktionieren soll. Die Nadeln in den neuen Modellen U, Pixie und Inissia sind dann nämlich so fein, dass sie die Kunststoffkapseln der Konkurrenz nicht aufstechen. Läuft’s ganz blöd, wird der Klon sogar zerquetscht. Bei manchen Maschinen seien die neuen „Injektoren" bereits seit Juli im Einsatz, bestätigte Nespresso auf Anfrage der Schweizer Tageszeitung. Dies sei „Teil einer Weiterentwicklung" des Kapselsystems, heißt es.

Besonders schlecht sollen vor allem die Jacobs-Kapseln des US-Riesen Mondelez (ehemals Kraft Foods) funktionieren. Statt Kaffee gibt’s hier nur noch bräunliches Wasser. „Nespresso zielt mit der Änderung ganz klar auf Mondelez ab“, zitiert SonntagsBlick einen Brancheninsider. „Wir werden der Thematik selbstverständlich intensiv nachgehen", so eine Mondelez-Sprecherin. Andere Kapsel-Klone funktionieren noch – lediglich die Modelle von Hofer bereiten bekanntlich seit Beginn Probleme.

Im Kampf gegen Trittbrettfahrer zieht Nespresso noch eine weitere Waffe: „In unseren Maschinen-Garantien ist explizit erwähnt, dass Beschädigungen, die vom Gebrauch fremder Kapseln verursacht wurden, nicht in der Garantieleistung inbegriffen sind", sagt etwa Pascal Hottinger, Chef Nespresso Schweiz zum SonntagsBlick. Durch den Gebrauch von Klon-Kapseln können sich die Nadeln des Anstechsystems schneller abnützen.

Autor: 
Redaktion Elektrojournal