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© Thinkstock/Stadtratte

Bis zu 1,3 Mio. Euro Schulden: Im oberösterreichischen Wolfern geht das Licht aus

01.12.2019

Billige LED-Produkte und der Ausfall zweier Großkunden haben dem Beleuchtungsprofi das wirtschaftliche Licht ausgeknipst. Positive Zukunftsprognose gibt’s keine, das Unternehmen wird geschlossen.

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1987 als Einzelunternehmen gegründet, expandierte die Achleitner Lichtsysteme HandelsgmbH in den folgenden Jahren kräftig. Im Jahr 2000 wurde dieses dann in die neugegründete, antragsstellende Gesellschaft eingebracht. Im Jahr 2011 haben die Geschwister Christian Achleitner und Martina Tarde das Unternehmen von den Eltern übernommen.

Nicht geändert hat sich währenddessen das Tätigkeitsfeld der Schuldnerin: von Anfang an war man mit der Planung und Installation von Beleuchtungssystemen, vor allem im Bereich der Shop- und Einrichtungsbeleuchtung, tätig. Zusätzlich wurden Beleuchtungssysteme verkauft und montiert und die Nachbetreuung der bestehenden Beleuchtungseinrichtungen. Außerdem wurden Sonderanfertigungen erstellt und man verdingte sich als Generalvertretung der Firma „BÄRO Lampen“ für Österreich.

Bis ins Geschäftsjahr 2015/16 konnten auch ausgeglichene Ergebnisse erzielt werden, danach kam es allerdings zu teilweise beträchtlichen Umsatzrückgängen. Diese führten zu Verlusten in den Wirtschaftsjahren 2016/17 und auch 2018/19. Die Gründe und Ursachen für den Insolvenzantrag sind jedenfalls vielfältig: Mit ein Grund für die rückläufigen Erträge, so schreibt der AKV, sind die auf den Markt gekommenen günstigen LED-Produkte. Zudem brach der Schuldnerin ein Großkunde an einen Mitbewerber weg und ein anderer Großkunde entschied sich, die von der Schuldnerin ausgeführten Serviceleistungen intern zu erledigen. Zusätzlich kam es bei einigen Baustellen zu Verzögerungen.

Fünf Dienstnehmer und 72 Gläubiger (Schätzung) sind von der Insolvenz betroffen, die Schulden belaufen sich auf rund 1,3 Mio. Euro (Buchwert) bzw. geschätzte 730.000 Euro. Kostendeckendes Vermögen ist in Form eines Lkw im Wert von rund 10.000 Euro sowie des Lagers im Wert von rund 200.000 Euro vorhanden. Ob und welche weiteren Vermögenswerte bestehen, wird sich nach der Inventarisierung zeigen.

Die Fortführungsprognose der Masseverwalterin ist negativ und es ist angedacht, das Unternehmen zu schließen. Die Antragstellerin erklärte sich im Insolvenzantrag ausdrücklich mit einer Schließung einverstanden.