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Der deutsche Onlinehändler Comtech ist pleite.
Der deutsche Onlinehändler Comtech ist pleite.
© www.comtech.de

Auch Online schützt vor der Pleite nicht: Onlinehändler Comtech hat Insolvenz angemeldet

09.09.2019

Der deutsche Onlinehändler Comtech hat trotz beeindruckender Wachstumszahlen Insolvenz angemeldet. Die genauen Hintergründe der Pleite liegen noch im Dunklen.

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Auf der derzeit stattfindenden IFA schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. Der deutsche Onlinehändler Comtech, der dem norwegischen Distributor Komplett Group gehört, ist pleite. Das überrascht nicht nur deswegen, weil man in den vergangenen Jahren ausgesprochen gute Wachstumszahlen vorlegen konnte, sondern auch, weil durch die Konzernmutter eigentlich eine finanzielle Sicherheit gegeben sein sollte.

Die Komplett Goup hatte Comtech 2015 übernommen und damit ihren Einstieg ins deutsche Online-Geschäft gefeiert. Nach damaligen Angaben ist/war man Marktführer in Skandinavien und betreibt in Norwegen, Schweden und Dänemark zahlreiche Online-Shops mit den Schwerpunkten IT, UE und Weiße Ware. Comtech wiederum verzeichnete zuletzt einen Umsatz von rund 140 Mio. Euro (Wachstum +20 Prozent) wobei satte 0,9 Mio. Euro als Gewinn ausgewiesen wurden.

Dementsprechend wird bei unseren nördlichen Nachbarn nun auch über die Hintergründe gerätselt. Laut Channelpartner will der vorläufige Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb des Unternehmens zunächst unverändert fortzuführen. Auch seien die 85 Mitarbeiter bis einschließlich Oktober über das Insolvenzgeld abgesichert.

Derzeit verschaffe man sich außerdem einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und prüfe Sanierungsoptionen. Ursache der wirtschaftlichen Schieflage sei der durch Vergleichsportale und Onlinemarktplätze äußerst transparente Markt für Elektronikartikel, der einen außerordentlichen Preisdruck und gleichzeitig nur wenig Wachstum aufweise, heißt es gegenüber Channelpartner. Und weiter: „Daraus resultierten lediglich geringe Margen“.

Die Gründe für die Insolvenz dürften jedoch tiefer liegen. Auf der IFA äußerten sich Brancheninsider darüber, dass es zwischen den Gesellschaftern zu Uneinigkeiten gekommen sein dürfte. Diese hätten eine positive Entwicklung des Unternehmens behindert.